Neujahrs-Bürgertreff am 12. Januar 2010
Erster Beigeordneter Klaus Conzelmann konnte rund 400 Besucher des 15. Neujahrs-Bürgertreffs in der Stadthalle MUSEUM begrüßen. Er hieß besonders die Ehrengäste, darunter Landrat Günther-Martin Pauli MdL, Landgerichtspräsident Dr. Martin Tolk, Ehrenbürger und Bürgermeister a.D. Norbert Roth sowie SKH Michael Prinz von Preußen und IKH Brigitta Prinzessin von Preußen, willkommen. Sein Dank galt den Partnern im kommunalen, staatlichen, wirtschaftlichen und sozialen Bereich für die gute, konstruktive Zusammenarbeit. Er würdigte auch das ehrenamtliche Engagement. Mit Blick auf die in den städtischen Etatentwürfen für 2010 prognostizierte Neuverschuldung warb Erster Beigeordneter Conzelmann um Bescheidenheit. „Es kann zwar nicht jeder Wunsch erfüllt werden, doch die Stadt wird sich weiterentwickeln“, zeigte er sich zuversichtlich und verband damit gute Wünsche für 2010.
„Hinter uns liegt ein mit schwierigen Aufgaben befrachtetes Jahr, ein ebensolches steht uns bevor“, konstatierte Bürgermeister Jürgen Weber aus kommunalpolitischer Sicht zu Beginn seiner Neujahrsansprache. Doch dürfe diese Feststellung niemanden entmutigen – im Gegenteil: Was in der Zollernstadt geleistet werde, verdeutliche den Willen zu agieren und sich nicht wie das sprichwörtliche „Kaninchen im Angesicht der Schlange“ zu verhalten. Dafür dankte das Stadtoberhaupt allen, die sich für eine gute Weiterentwicklung Hechingens engagieren und auch neue Wege nicht scheuen.
Ein starkes konjunkturförderndes Signal und Beleg für die aktive Hechinger Kommunalpolitik sei ein noch nie da gewesenes Investitionsvolumen von 25 Millionen Euro in den Jahren 2009/2010 – städtischer Haushalt und Etats der städtischen Eigenbetriebe zusammengerechnet. Der Wermutstropfen dabei: Ab 2010 lasse sich eine Neuverschuldung nicht mehr vermeiden. Doch im städtischen Haushalt habe der Schuldenstand seit 2004 von 16 Millionen Euro auf 12 Millionen Euro reduziert werden können.
Den Hauptteil seiner Ansprache widmete Bürgermeister Weber den bis 2015 geltenden Leitlinien für die Stadtentwicklung. Jene seien vom Gemeinderat 2005 beschlossen worden mit der Maßgabe, dass im Zeitraum 2010/2011 eine Überprüfung und gegebenenfalls Fortschreibung erfolgt. Alle Besucher des Bürgertreffs hatten das im Taschenbuchformat gedruckte Werk auf den Plätzen vorgefunden und verfolgten die Ausführungen des Bürgermeisters zu den darin genannten Maßnahmen und somit wesentlichen Punkten auf den 12 Leitlinien
Generelle Entwicklung und Status der Stadt Leitgedanke: Erhebung zur Großen Kreisstadt und Ausbau der Mittelzentrumsfunktion unter Berücksichtigung der Nachhaltigkeitsfaktoren im Rahmen der Lokalen Agenda 21 (Ökonomie,
Ökologie, Soziales)
Wirtschaft und Arbeit Leitgedanke: Stärkung des Wirtschaftsstandortes Hechingen mit internationaler Ausrichtung
Tourismus Leitgedanke: Steigerung der Gästezahlen
Verkehr Leitgedanke: Verbesserung der überörtlichen Verkehrsanbindung und Förderung der Mobilität
Bauen und Wohnen Leitgedanke: Wahrung der hohen Wohn- und Lebensqualität
Kinder, Jugend und Familie Leitgedanke: Förderung der Jugendarbeit und familienorientierter Angebote
Senioren und Soziales Leitgedanke: Förderung der Seniorenarbeit und Ausbau des sozialen Netzes
Kultur Leitgedanke: Sicherung der Qualität des vielfältigen Kulturangebots
Schulen und Weiterbildung Leitgedanke: Wahrung der zentralörtlichen Schul- und Weiterbildungsfunktion
Sport und Freizeit Leitgedanke: Förderung von Sport- und Freizeitaktivitäten
Gesundheit und Pflege Leitgedanke: Förderung der Weiterentwicklung medizinischer und pflegerischer Angebote (Gesundheitsstadt Hechingen)
Gemeinderat und Stadtverwaltung Leitgedanke: Stärkung des Dienstleistungsunternehmens Stadt
Es war gewissermaßen eine Zwischenbilanz in punkto Erreichtes und (noch) nicht Erreichtes.
Jürgen Weber wollte dem nun einzuleitenden Überprüfungs- und Fortschreibungsprozess nicht vorgreifen. Doch aufgrund der Ereignisse in 2007 und 2008 müsse in die Leitlinien zwingend auch das Thema Hochwasserschutz, besser noch Katastrophenschutz, eingearbeitet werden. Der Bürgermeister möchte die Gesamtthematik nach der Haushaltsverabschiedung in die städtischen Gremien einbringen und dazu auch eine intensive Bürgerbeteiligung vorschlagen.
Abschließend zitierte Jürgen Weber nachdenklich machende „Wünsche zum neuen Jahr“ von Peter Rosegger:
Ein bisschen mehr Friede und weniger Streit. Ein bisschen mehr Güte und weniger Neid. Ein bisschen mehr Liebe und weniger Hass. Ein bisschen mehr Wahrheit, das wäre was. Statt so viel Unrast ein bisschen mehr Ruh. Statt immer nur Ich ein bisschen mehr Du. Statt Angst und Hemmung ein bisschen mehr Mut. Und Kraft zum Handeln, das wäre gut. In Trübsal und Dunkel ein bisschen mehr Licht. Kein quälend Verlangen, ein bisschen Verzicht. Und viel mehr Blumen, solange es geht. Nicht erst an Gräbern, da blühn sie zu spät.
Ziel sei der Friede des Herzens, besseres weiss ich nicht.
Das Stadtoberhaupt ergänzte: „Mit Gottes Hilfe möge uns vieles davon gelingen !“

Der Neujahrs-Bürgertreff 2010 wurde umrahmt von Christof Stählin mit Gesangs- und Gedichtvorträgen sowie von der Stadtkapelle Hechingen unter der Leitung von Musikdirektor Bernd Haid.
Bürgermeister Weber bedankte sich mit herzlichen Worten für die hervorragenden Beiträge. Der kräftige Applaus des Publikums bestätigte seine Einschätzung.

Zum Abschluss des offiziellen Teils wurde gemeinsam das Hohenzollernlied gesungen. Es folgten danach angeregte Gespräche beim Stehempfang im Foyer der Stadthalle MUSEUM.
Hinweis: Die Leitlinien sind auf der städtischen Homepage unter www.hechingen.de > Info, Rathaus > Stadtleitbild zu finden.
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