Thomas Jauch
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Feierlich: 800 Gäste kamen zum Neujahrs-Bürgertreff der Stadt Hechingen

Mit Trommeln und Fanfaren eröffnete der Jugendfanfarenzug der Stadt Hechingen lautstark den diesjährigen Neujahrs-Bürgertreff der Stadt Hechingen. Anschließend begrüßte Bürgermeisterin Dorothea Bachmann die rund 800 Gäste, die am vergangenen Montag in den Europasaal der Stadthalle Museum gekommen waren, darunter zahlreiche Vertreter aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft. Ein besonderer Gruß galt dem Festredner des Abends, dem in Hechigen aufgewachsenen Bundesaußenminister a.D. Dr. Klaus Kinkel.

Bürgermeisterin Dorothea Bachmann In ihrer Ansprache ließ die Bürgermeisterin ihr erstes Dienstjahr Revue passieren. In diesem Zeitraum wurden zahlreiche zentrale Prokjekt aufgegriffen bzw. weitergeführt, begünstigt auch durch die passable Finanzausstattung. So konnten auch 2012 zum wiederholten mal Schulden abgebaut werden. Ehrgeizig sind die Ziele der Gesamtstadt allemal: die Sanierung des Feuerwehrgerätehaus, die Stadtentwicklung in Zusammenhang mit dem Modellprojekt Kleinstadtleben, die Sanierung des Hallen-Freibades, der Ausbau der Kleinkindbetreuung und der Schulen sowie ein neues Tourismuskonzept stehen auf der mittelfristigen Agenda.
Stolz konnte Dorothea Bachmann auch auf die Entwicklung beim Hochwasserschutz verweisen: Am 19. Februar werde sich der kommunale Zweckverband Hochwasserschutz Starzeltal mit Hechingen und Rangendingen konstituieren. Konkret soll noch in diesem Jahr mit dem Bau von Hochwasserschutzanlagen bei St. Luzen, im Katzenloch in Boll und beim Stettener Uttenbach begonnen werden.
Ein weiterer Schwerpunkt bildet der Bereich Energieeinsparung bzw. regenerative Energien. Der gemeinderätliche Arbeitskreis Energie widmet sich Fragen der Energievermeidung und der Energieerzeugung aus regenerativen Energiequellen. Konkret werden an öffentlichen Gebäuden zahlreiche bauliche Maßnahmen durchgeführt, die Strom und Brennstoffe sparen helfen. Viele öffentliche Gebäude sind zudem mit großen Fotovoltaikanlagen bestückt.
Begeistert zeigte sich Bachmann aber auch über die vielen und vor allem gut besuchten festlichen Höhepunkte im Jahreslauf und das dafür notwendige bürgerschaftliche Engagement. Die "große kleine Stadt im Herzen Baden-Württembergs" müsse eine wichtige Rolle spielen, im Zollernalbkreis und auch im Hinblick auf den Raum Reutlingen/Tübingen-Stuttgart, betonte die Bürgermeisterin abschließend.
In einem musikalischen Intermezzo präsentierten sich dann die Querflöten-, Klarinetten- und Saxophonensembles der Jugendmusikschule Hechingen und Umgebung unter der Leitung der Musiklehrer Hanns Stefan Doege, Bernd Holtmann und Alexander Deines.

Bundesaußenminster a.D. Klaus Kinkel Als äußerst unterhaltsam gestaltete sich der Festvortrag von Dr. Klaus Kinkel, der einer Liebeserklärung an seine Heimatstadt Hechingen gleichkam. Mit rund zwei Jahren war der frühere Bundesaußenminister mit der Familie, der Vater praktizierte in Hechingen als Arzt, in die Zollernstadt gekommen. Kinkel sprühte in seinem Vortrag vor Geschichten und Geschehnissen aus seiner Kindheit und Jugend. Ob es um Rivalitäten beim Mistsammeln, eine Bandengründung in einem Hühnerstall oder um die Eigenarten so mancher Gymnasiallehrer ging, die Zuhörer merkten: der Referent hat eine frohe Zeit in Hechingen verbracht. Wobei aber auch die einprägsamen Erlebnisse der Mangelwirtschaft im Krieg und auch in der Nachkriegszeit zu spüren waren.
Noch vor seinem Einstieg in die Politik erlebte Kinkel als Referendar am Hechinger Landratsamt und Landgericht Bedrückendes, nämlich einen großen KZ-Prozess im Landgericht. Die grauenvollen Schilderungen der Überlebenden ließen ihn nachts nicht mehr schlafen.
Gekonnt verstand es Kinkel, Hechinger Erlebnisse und Geschichte mit der großen Politik zu verknüpfen, die Kinkel als Politiker in vielen Positionen mitgestaltet hat. Nicht zuletzt als Präsident des Auslandsnachrichtendienstes der BRD und als direkter Gegenspieler von Markus (Mischa) Wolf, dem Leiter des Auslandsnachrichtendienstes im Ministerium für Staatssicherheit (MFS) der DDR. Markus Wolf wurde in Hechingen geboren und somit standen sich zwei "Hechinger" als jeweilige Leiter der Auslandsnachrichtendienste der BRD und der DDR gegenüber.
Verwunden, so Kinkel, habe er inzwischen auch die Niederlage im Hechinger Bürgermeisterwahlkampf 1967, als er gegen Norbert Roth im zweiten Wahlgang den Kürzeren zog. Ganz schlecht, resümierte Kinkel, sei er mit seiner beruflichen Laufbahn nach dem Hechinger Intermezzo ja nicht gefahren.
Den amüsanten und spannenden Vortrag quittierten die Gäste mit anhaltendem Applaus. Für einen weiteren musikalischen Höhepunkt sorgte dann das Salonorchester der Jugendmusikschule unter Leitung von Stadtmusikdirektor Jean Lopez-Diaz. Qualitätvolle Unterhaltungsmusik, wie sie in den Salons des 19. Jahrhunderts zu hören war, verzauberte das Publikum. Die Sopranistin Juandalynn Abernathy demonstrierte mit überzeugender Brillanz, wie eine Stimme das Museum auch ohne Mikrofon bis in den hintersten Winkel zu füllen vermag.
Traditionell endete der Bürgertreff mit dem gemeinsamen Singen des Hohenzollern-Liedes, beim anschließenden Stehempfang wurde noch lange gefeiert.

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